Arbeitskreis Produkt- und Werkstoffeigenschaften

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Sebastian Münstermann
E-Mail: Sebastian.Muenstermann@iehk.rwth-aachen.de

Bei der Eigenschaftsregelung von Umformprozessen werden durch den Prozess induzierte und für das Produktverhalten relevante Eigenschaftsänderungen erfasst und bei der Prozessgestaltung berücksichtigt. Diese Änderungen der Werkstoffeigenschaften beruhen in der Regel auf einer durch den Umformprozess hervorgerufenen Mikrostrukturevolution auf der mm-Skala, beeinflussen aber das Produktverhalten auf der mm- oder sogar m-Skala. Der Arbeitskreis Werkstoff- und Produkteigenschaften verfolgt deshalb das Ziel, übergeordnete methodische Ansätze zu bewerten, mit deren Hilfe skalenübergreifend die kausalen Zusammenhänge zwischen der Mikrostrukturevolution, der hiervon hervorgerufenen Eigenschaftsentwicklung sowie der resultierenden Produkteigenschaften beschrieben werden können. Dabei widmet sich der Arbeitskreis schwerpunktmäßig den folgenden Aufgabenstellungen:

  • Erfahrungsaustausch im Bereich der skalenübergreifenden Modellierung zur Formulierung von Korrelationen zwischen Mikrostruktur, Werkstoffeigenschaften und Produkteigenschaften.
  • Bewertung verschiedener Transformationsalgorithmen zur Prädiktion von Produkteigenschaften auf Grundlage von umformprozessbegleitenden Eigenschaftsbestimmungen.
  • Erarbeitung gemeinsamer Grundlagen zur angemessenen Berücksichtigung von Störgrößen.

Der Arbeitskreis wurde erst zu Beginn der zweiten Förderperiode des Schwerpunktprogramms 2183 eingerichtet. Er ist komplementär zu den bereits existierenden Arbeitskreisen aufgestellt und sieht seinen Schwerpunkt insbesondere im Bereich der Algorithmenentwicklung für die benötigten Softsensoren. Somit schließt der Arbeitskreis eine existierende Lücke zwischen dem auf die Eigenschaftsbestimmung fokussierten Arbeitskreis Messtechnik und dem auf die Prozessregelung ausgerichteten Arbeitskreis Regelungstechnik. Die inhaltliche Arbeit ist darauf ausgerichtet, die einzelnen Projekte des Schwerpunktprogramms stark zu vernetzen und existierende Synergien zu nutzen.