P6: Gesteuerter fest‐flüssig Übergang beim Gießwalzen

Der Gießwalzprozess zur Herstellung von Blechhalbzeugen aus Mg-Legierungen ist mit hohen Temperaturen und vergleichsweise niedrigen Umformkräften in der fest-flüssig Zone verbunden, wobei die verschiedenen Einflussgrößen starke Schwankungen der Mikrostruktur des Bleches hervorrufen. Dabei spielen Position und Verlauf der Erstarrungsfront sowie deren relative Lage zur Fließscheide im durcherstarrten Bereich eine entscheidende Rolle für die Mikrostrukturbildung im Halbzeug. Die örtlich aufgelöste Messung von Temperatur- und Druckverteilungen auf und in der Walze sollen in Verbindung mit Kennfelder generierenden Simulationsmodellen für den Gießwalzprozess u.a. Informationen über Lage und Form der Erstarrungsfront sowie den Spannungs- und Formänderungszustand liefern und in Verbindung mit angepassten Werkstoffmodellen einen Rückschluss auf den mikrostrukturellen Zustand des Blechs im laufenden Gießwalzprozess ermöglichen. Durch Erstellung einer Korrelation zwischen Sensordaten an der Walzenoberfläche im Gießspalt sowie zusätzlichen Messstellen außerhalb und den erzeugten finalen Eigenschaften wie Zugfestigkeit, Bruchdehnung, Härteverteilung und Homogenität der Mikrostruktur soll die Voraussetzung eines mikrostruktur- und eigenschaftsgeregelten Gießwalzprozesses geschaffen werden.

ANSPRECHPARTNER

Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik

Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Drossel, Welf-Guntram

Mitarbeiter: Lucas Hamm, Lucas.Hamm(at)iwu.fraunhofer.de

Institut für Metallformung – TU Bergakademie Freiberg

Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Ulrich Prahl, PD Dr.-Ing. habil. Matthias Schmidtchen

Mitarbeiter: Szymon Kwiecień, Szymon.kwiecien(at)imf.tu-freiberg.de