In der Zusammenarbeit zwischen Umform- und Regelungstechnik werden im Rahmen des Schwerpunktprogramms systematisch Erkenntnisse über die Regelbarkeit bestehender Umformprozesse gesammelt. Aus diesen Erkenntnissen werden die Prinzipien zur Gestaltung neuer Umformprozesse, Maschinen- und Werkzeugstrukturen abgeleitet, die eine Eigenschaftsregelung ermöglichen. Für die Umformtechnik besteht der wesentliche Erkenntnisgewinn aus dem angestrebten Übergang von heute verfügbaren Umformprozessen, bei deren Entwicklung die Regelbarkeit der Produkteigenschaften von untergeordneter Bedeutung war, hin zu Methoden zur Gestaltung regelbarer Umformprozesse. Hierzu müssen aus Sicht der Regelungstechnik neue Methoden entwickelt werden, die es einerseits ermöglichen, das umformtechnische System regelbar zu gestalten, das heißt die Anzahl und Platzierung der Sensoren und Aktoren sowie deren gefordertes (dynamisches) Verhalten festzulegen und andererseits basierend auf geeignet reduzierten mathematischen Modellen neue Regler- und Beobachterkonzepte zu entwickeln, die systematisch die inhärenten Nichtlinearitäten und den im Allgemeinen verteilt-parametrischen Charakter sowie die Systembeschränkungen berücksichtigen. Diese Fragestellungen führen zu intensiven Kooperationen zwischen Regelungstechnik und Umformtechnik. Aus Sicht der Werkstofftechnik besteht die Originalität der Forschungsarbeiten in der Erforschung und Entwicklung von Softsensoren, in der Modellbildung für die Regelungstechnik sowie in der Entwicklung eigenschaftsbeeinflussender Aktoren (in Kooperation mit der Umformtechnik). Die Messtechnik soll Methoden für die robuste Integration der Sensoren in Umformprozesse und die zuverlässige Schätzung von Messunsicherheiten der dynamischen Messprozesse liefern.